Der 23-jährige Lucas Pouille ließ im rein-französischen Finale der Erste Bank Open seinem routinierteren Gegner und Publikumsliebling Jo-Wilfried Tsonga keine Chance und setzte sich ganz glatt 6:1, 6:4 durch.

Bei Tsonga schienen sich vor allem im ersten Satz die Strapazen der letzten zwei Wochen – inklusive Triumph in Antwerpen – bemerkbar zu machen. Da fand der 32-jährige überhaupt nicht ins Match und musste diesen mit zwei Breaks 1:6 abgeben.

Pouille behält die Nerven
Im zweiten Satz kämpfte sich Tsonga etwas besser ins Match, kassierte aber dennoch wieder ein frühes Break und musste sich letztlich nach knapp 72 Minuten 1:6, 4:6 geschlagen geben. Für Lucas Pouille, der ganz souverän zu Null ausservierte, ist es der dritte Turniersieg im Jahr 2017, der erste überhaupt auf ATP-500-Ebene.

Pouille scherzt bei Siegerehrung
Pouille war bei der Siegerzeremonie natürlich besonders gut aufgelegt und zeigte auch Sinn für Humor. So meinte er auf deutsch: „Diese Woche war ich ein Wiener!“ Spätestens da hatte er die Herzen der Wiener endgültig gewonnen.

Der große Triumphator der Erste Bank Open 500 heißt David Ferrer! Der als Nummer eins gesetzte Spanier besiegte am Sonntag im Endspiel des mit 2,324 Millionen Euro dotierten ATP-500-Turniers in der Wiener Stadthalle den US-Amerikaner Steve Johnson in 2:14 Stunden mit 4:6, 6:4, 7:5 und holte damit mit einem Jahr „Verspätung“ jenen Titel, der für ihn schon vor einem Jahr zum Greifen nah gewesen war, als er im Finale gegen den Schotten Andy Murray im dritten Satz beim Stand von 5:3 bereits auf das Match servierte, den Sack jedoch nicht zumachen konnte und die Partie noch verlor. Für den Weltranglisten-Achten war es der fünfte ATP-Turniersieg in diesem Jahr nach Doha, Rio de Janeiro, Acapulco und Kuala Lumpur und der insgesamt 26. in seiner Karriere, für den er mit einem Siegerscheck in Höhe von 423.000 Euro sowie 500 Punkten für die Weltrangliste belohnt wurde. Zudem ist Ferrer mit diesem Triumph das Ticket für die ab 15. November 2015 in London stattfindenden ATP World Tour Finals kaum noch zu nehmen. 

„Es war ein sehr enges Match, das auch Steve gewinnen hätte können. Er hat sehr aggressiv und konstant gespielt und auch gut aufgeschlagen. Bei 6:5 im dritten Satz habe ich kurz an das Finale im Vorjahr gedacht, aber dann war ich gleich wieder fokussiert. Das Leben gibt dir manchmal eine zweite Chance, und die habe ich heute genützt“, sagte Ferrer, der nach dem verwandelten Matchball seiner Freude freien Lauf ließ und jubelnd auf die Knie sank. „Ein Turnier zu gewinnen, ist immer etwas Besonderes. Wien hat jetzt einen 500er-Status, und es ist immer großartig, große Titel zu holen – noch dazu, wo es mein erster Turniersieg hier in Wien ist“, ergänzte Ferrer. 

Der aktuelle Weltranglisten-47. Johnson, der bei den Erste Bank Open 500 zum ersten Mal in einem ATP-Finale gestanden war, konnte sich mit 190.800 Euro Preisgeld und 300 Zählern trösten, womit er an die Top 30 im ATP-Ranking heranrücken und damit seine bisher beste Platzierung (Nummer 37 im November 2014) verbessern wird. „Bei 5:4 im dritten Satz waren Möglichkeiten da. Bei 5:5 hat er dann einige unglaubliche Bälle gespielt, und das war es. Natürlich schmerzt es ein wenig, wenn man so knapp dran ist, aber ich bin trotzdem stolz, wie ich mich in dieser Woche präsentiert habe“, meinte der 25-jährige US-Boy. 

Der Doppel-Titel ging an das polnisch-brasilianische Duo Lukasz Kubot und Marcelo Melo, das sich gegen die britisch-australische Paarung Jamie Murray und John Peers mit 4:6, 7:6 (7/3) und 10:6 im entscheidenden Match-Tiebreak durchsetzte. Dank dieses Erfolges wird Melo am 2. November 2015 die Nummer-1-Position in der Doppel-Weltrangliste übernehmen.