Lukas Nemecz qualifiziert sich mit Platz 24 bei der Tour School für die European Tour!
20.11.2015

Lukas Nemecz qualifiziert sich mit Platz 24 bei der Tour School für die European Tour!

Grazer Golfpro beendet die Tour School auf dem 24. Platz und qualifiziert sich somit sensationell für die European Tour! 

Sechs Tage, sechs anstrengende Runden - auf der Final Stage der European Tour School im PGA Catalunya Resort in Girona erlebte Lukas Nemecz alle Höhen und Tiefen. In den ersten drei Tagen spielte der Grazer sensationelles Golf, lag mit 14 unter Par (67/65/66) sogar in Führung. Am vierten Tag spürte Nemecz eine leichte Müdigkeit, die Folge war ein ziemlicher Einbruch und eine Runde mit 8 über Par. Das erklärte Ziel, den Cut der Top 70 zu schaffen und somit eine sehr gute Challenge-Tour-Kategorie, war allerdings nie in Gefahr. 

Aber Nemecz war in dieser Woche bereit für mehr und vor allem in bestechender Form - das spürte er auch und sagte es in Interviews immer wieder. Und tatsächlich ließ er den Worten auch entscheidende Taten folgen. Am gestrigen fünften Tag kam er mit einer Par-Runde ins Clubhaus zurück und lag vor dem Finaltag auf dem 31. Rang. Heute war seine Fangemeinde, die mittels Live-Ticker das Geschehen verfolgte, endgültig knapp vor dem Kollaps. Fast nach jedem einzelnen Loch wechselte der 26-Jährige die Position auf dem Leaderboard - einmal war er in den Top 25 zu finden, dann war er wieder aus dem Rennen um die begehrten European-Tour-Tickets.

Sein Schlüsselerlebnis hatte er letztlich bei Loch Nummer 13, bei dem er ein Triple-Bogey hinnehmen musste. Und an diesem Loch ist zu erkennen, wie knapp im Golf über „Sein“ oder „Nicht-Sein“ entschieden wird. „Der Ball lag nach dem zweiten Schlag eingebohrt in einem Hang noch im Wasserhindernis. 20 Zentimeter fehlten und ich hätte in der Dropping-Zone droppen können, keinen Fehlschlag kassiert und das Loch vermutlich mit Par oder mit Bogey beendet. So musste ich allerdings wieder zurückgehen und einen Strafschlag hinnehmen“, erzählt Nemecz. Die Folge war ein Triple-Bogey, danach fehlten gleich vier Schläge auf die Top 25.

Was dann aber passierte, bezeichnet der Grazer als die „geilsten Löcher, die ich jemals gespielt habe“. Ausgerechnet auf den vier schwersten Löcher des Platzes verzeichnete er vier Birdies! Er bewies enormen Kampfgeist, notierte am 18. Loch ein Par - und plötzlich war er wieder mittendrin im Kampf um ein Ticket für die European Tour. Danach begann das große Zittern, zwischendurch fand er sich schon mit dem Verpassen der Top 25 ab. „Ich hätte die sehr gute Challenge-Tour-Kategorie auch gerne genommen! Dass es letztendlich doch noch mit der Karte für die European Tour geklappt hat, ist natürlich unglaublich. Ich muss das alles erst einmal realisieren“, freut sich Nemecz und betont: „Ein riesiges Dankeschön gilt meiner Freundin Viki, die mich als Caddie enorm unterstützt hat. Wir waren ein großartiges Team. Vielen Dank an Nationaltrainer Fred Jendelid, der mich in den letzten Wochen in diese Form gebracht und das Selbstvertrauen gestärkt hat. Auch dem Österreichischen Golf-Verband sei gedankt, immerhin hat er es ermöglicht, dass Fred mich begleiten konnte. Und generell möchte ich heute meiner Familie und allen meinen Sponsoren, Partnern und Unterstützern ein großes Danke aussprechen! Es ist einfach nur genial.“


Bild: Bei den Lyoness Open 2015 in Atzenbrugg schlug Lukas Nemecz bereits auf der European Tour ab, im nächsten Jahr wird er noch öfters in Europas höchster Spielklasse zu finden sein. (Foto: GEPA pictures)